
Dr. med. E. Jenckel
Dr. med. M. Wellbrock
Fachärzte für HNO-Heilkunde,
Allergologie, Audiologie / Neurotologie (BV HNO)
Belegärzte im Friedrich-Ebert-Krankenhaus
24534 Neumünster
Fax: 04321 - 4 52 89
www.hno-nms.de
Therapie von Schnarchen
Im Wesentlichen sind zwei Arten von Schnarchbehandlungen je nach Gesamtsituation der Problematik möglich:
I. Nicht operative Behandlungen
Schlafhygiene:
Gemeint ist damit regelmäßiges, also zeitgleiches, ausreichend langes Schlafen. Erschöpfung fördert Schnarchen! Auch sollte abendlich üppiges Essen und Alkoholkonsum gemieden werden. Beides fördert Muskelerschlaffung und damit ein schnarchauslösendes Kollabieren der Schleimhäute in den oberen Atemwegen.
Optimierung des Körpergewichts:
Übergewichtige Menschen neigen vermehrt zum Schnarchen, auch wenn es natürlich auch schlanke Menschen betreffen kann.
Unterkieferprotrusionsschiene:
Bewirkt einen Vorschub des Unterkiefers, um den Zungengrund von der Rachenhinterwand fernzuhalten und um so einen Schleimhautkollaps im tiefen Rachen zu vermeiden. Wird nächtlich getragen und von speziell dafür ausgebildeten Zahnärzten/Kieferorthopäden angefertigt. Kosten: ca. 600 €.
Voraussetzung: Guter Zahnstatus, keine wesentlichen Atempausen, kein wesentliches Übergewicht.
Schnarchstop - Rückengurt:
Nur bei weit überwiegend in Rückenlage schnarchenden Patienten kann das nächtliche Tragen eines Gurts um den Bauch herum mit einem Keil im Rücken zur Vermeidung der Rückenlage ein sehr effektives Mittel darstellen. Kosten: Ca. 80 €.
Atemmaske:
Es wird durch das Tragen einer Maske über der Nase oder über Mund und Nase ständig ein kleiner Überdruck in den oberen Atemwegen erzeugt, der ein Kollabieren der Schleimhäute und damit Schnarchen und Atempausen verhindert. Für Patienten mit ausgeprägtem Schnarchen mit für die Gesundheit relevanten Atempausen bei fehlenden Alternativen erforderlich. Wird nach Überweisung von uns ins Schlaflabor nach erweiterter Diagnostik dort angepasst.
II. Operative Behandlungen
1. Verbesserung der Nasenatmung:
Nasenatmungsbehinderung kann Schnarchen auslösen. Wenig effektiv sind dabei die im freien Handel erhältlichen „Schnarchsprays" oder „Nasenpflaster" zur Verbesserung der Nasenatmung. Gezielt ist die Ursache beim HNO-Arzt zu untersuchen, dann kann auch gezielt behandelt werden. Neben ambulanten Maßnahmen wie einer Verkleinerung der Nasenschleimhäute mit dem Laser oder mittels Radiofrequenztherapie kommt eine Operation der Nasenscheidewand bei entsprechendem Befund in Betracht. Ca. 10% der Schnarcher sind „Nasenschnarcher".
2. Erweiterung im Bereich von Gaumen/Rachenmandeln:
Auch Kinder können schnarchen. Entfernt man bei Kindern bei entsprechender Indikation die Mandeln und die Polypen, so kann das Schnarchen zu 100% abgestellt werden. Das zeigt die große Bedeutung einer Enge in diesem Bereich.
Bei Erwachsenen ist die Situation jedoch komplexer. Nur bei maximal 50% der Patienten ist Schnarchen bei Vorliegen eines schlaffen Gaumens ggf. mit vergrößerten Rachenmandeln durch eine operative Behandlung in diesem Bereich erfolgreich behandelbar.
Folgende Behandlungen kommen je nach Befund in Betracht:
- Ambulante Straffung des weichen Gaumens mittels Radiofrequenztherapie.
- Ambulante Reduktion von Gewebe des hinteren Gaumenbogens ggf. mit Kürzung
vom Zäpfchen mit dem CO2-Laser. - Operative Straffung des weichen Gaumens in Narkose ggf. mit Entfernung von
vergrößerten Rachenmandeln.
Alle o. g. therapeutischen Verfahren werden von uns ambulant in der Praxis oder stationär im Rahmen unserer belegärztlichen Tätigkeit im Friedrich-Ebert-Krankenhaus angeboten und durchgeführt. Es bedarf jedoch immer einer sehr sorgfältigen Abwägung zwischen Symptomen, Leidensdruck, anatomischer Situation und Erfolgsaussichten, bevor man sich für ein operatives Verfahren entscheidet.
3. Engen im tiefen Rachen im Bereich vom Zungengrund
Häufig liegt ein nächtliches Zurückfallen der Zunge gegen die Rachenhinterwand dem Schnarchen zugrunde. Operative Maßnahmen stehen zur Verfügung. Jedoch sind Aufwand und Nebenwirkungen derart ausgeprägt, das wir von operativen Behandlungen in diesem Bereich, abgesehen von extrem seltenen Sondersituationen, abraten und hier auch keine Therapie anbieten. Dies bleibt allenfalls spezialisierten Kliniken vorbehalten.
Leider sind jedoch gerade Engen im tiefen Rachen für Schnarchen verantwortlich. Nicht operativ kann dagegen mit einer Unterkieferprotrusionsschiene oder mit dem Schnarchstopp - Rückengurt begegnet werden (s.o.). Bei fehlender Eignung sind daher sind leider viele „leichte" Schnarcher letztlich nicht befriedigend behandelbar. Hier kommt dann bei entsprechendem Leidensdruck und Indikation nur eine Atemmaske therapeutisch in Betracht.
HNO am Kuhberg - Dr. med. E. Jenckel, Dr. med. M. Wellbrock